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23.10.09

Schullaufbahn individuell und flexibel gestalten

 

Kultusstaatssekretär Dr. Marcel Huber stellt in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender der Stiftung Bildungspakt Bayern den innovativen Modellversuch „Flexible Grundschule“ vor

3„Die Startblöcke unserer Schülerinnen und Schüler stehen beim Eintritt in die Grundschule nicht alle nebeneinander an der Startlinie. Manche stehen bereits ein paar Meter weiter vor der Linie,  andere ein paar Meter dahinter. Die Grundschule muss dies berücksichtigen und das erste schulische Angebot optimal an die Startposition des jeweiligen Kindes anpassen“, betonte der Vorstandsvorsitzende des Bildungspaktes Kultusstaatssekretär Dr. Marcel Huber heute anlässlich der Pressekonferenz ´Flexible Grundschule´.

Zu Beginn ihrer Schullaufbahn haben Kinder sehr unterschiedliche Ausgangsbedingungen: Elternhaus, Kindergarten, Migrationshintergrund, und vor allem der individuelle Entwicklungsstand sind nur einige der Faktoren, die zu unterschiedlichen Startchancen beitragen. „Die kindgerechte Schule begleitet die Mädchen und Buben auf ihrer individuellen Schullaufbahn. Sie unterstützt und fördert sie“, so Staatssekretär Huber weiter.

Die Stiftung Bildungspakt Bayern initiiert deshalb gemeinsam mit dem Kultusministerium das Projekt „Flexible Grundschule“: Die ersten beiden Jahrgangsstufen der bayerischen Grundschule sollen in einer Flexiblen Eingangsstufe organisiert werden. Diese können die Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer Begabung, ihrer Entwicklung und ihrer Vorbildung in einem individuellen Tempo zwischen einem und drei Jahren durchlaufen. Die unterschiedliche Verweildauer in der Eingangsstufe soll dabei keine Auswirkungen auf die Schulpflicht haben. Sie ist auch  nicht mit dem traditionellen „Sitzenbleiben“ gleichzusetzen. Am Ende der Eingangsstufe soll gewährleistet sein, dass jedes Kind, ob nach einem oder nach drei Jahren, flüssig lesen und schreiben kann sowie die Grundrechenarten im Zahlenraum bis 100 beherrscht. „Wenn unsere Kinder in der Schule positive Lernerfahrungen machen, erwerben sie Vertrauen in ihre eigenen Talente und Fähigkeiten. Dieses Vertrauen in die eigenen Stärken ist die Basis für eine erfolgreiche Schullaufbahn“, fügt Huber hinzu.

Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw und Mitglied im Vorstand der Stiftung Bildungspakt Bayern: „Kinder, die im Jahr 2010 eingeschult werden, stehen dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt je nach Schulabschluss zwischen 2019 und 2025 zur Verfügung. Es ist deshalb nötig, jetzt tätig zu werden. Talente aber auch Schwächen müssen frühzeitig erkannt und jedes einzelne Kind optimal gefördert werden. Das neue Projekt „Flexible Grundschule“ ist ein innovativer und kindgerechter Ansatz, um in den ersten Schuljahren den unterschiedlichen Begabungen und Lernvoraussetzungen stärker gerecht zu werden.“

Nationale und internationale Studien betonen, dass der sichere Erwerb von Grundkompetenzen in der Grundschule überragende Bedeutung für den weiteren Schul- und Lebensweg des Kindes hat.  „Der Rohstoff Geist ist der einzige strategische Rohstoff über den Bayern verfügt,“ so Dr. Hermann Fußstetter, Mitglied im Vorstand der Stiftung Bildungspakt Bayern. Mit diesem Rohstoff müsse hochverantwortungsvoll umgegangen werden.

Ergänzt wird diese flexible Grundschulzeit durch eine enge Zusammenarbeit von Kindertagesstätten und Grundschulen unter verstärkter Einbindung der Eltern vor Ort. Diese ermöglicht eine nahtlose Fortsetzung des Bildungsprozesses in der Grundschule und eine optimale Koordination des Übergangs im Interesse des Kindes. Frau Landrätin Johanna Rumschöttel, Mitglied im Vorstand der Stiftung Bildungspakt Bayern, erklärt: „Das Projekt „Flexible Grundschule“ nimmt endlich auch den Schultyp in den Blick, den ausnahmslos alle Schülerinnen und Schüler durchlaufen und wo der Grundstein der Bildung und des Lernens gesetzt wird: die Grundschule und mit ihr auch vorschulische Einrichtungen. Durch eine stärkere individuelle Förderung von Anfang an verspreche ich mir eine nachhaltige Wirkung auf die gesamte Schullaufbahn eines Kindes.“

Das Projekt wird im November 2009 gestartet. Ab September 2010 beginnt die konkrete Arbeit an den Modellschulen, wissenschaftlich begleitet und von der Stiftung Bildungspakt Bayern koordiniert. Die Modellphase ist auf 4 Jahre angesetzt.

Filmbeitrag, MP4, 4:21 min >


 
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