
Die positiven Ergebnisse der Modellschulen werden auf ganz Bayern übertragen. „Best-practice-Beispiele“, die alle Schulen schon jetzt übernehmen können, werden gesammelt und im Schulentwicklungsportal des Kultusministeriums (www.km.bayern.de/schulentwicklung) veröffentlicht. Ziel ist es, im Lauf des Modellversuchs, einen Pool von Möglichkeiten zu schaffen, aus dem alle Kollegen nach pädagogischer Entscheidung frei wählen können und statt dichter Regelungen einen weiten Rahmen zu stecken, der mehr pädagogischen Freiraum lässt und die Selbstverantwortung der Lehrkräfte stärkt.
Zur Unterstützung erhalten die Schulen vom Staatsministerium für Unterricht und Kultus je nach Größe eine bestimmte Anzahl von Anrechnungsstunden und die Stiftung Bildungspakt Bayern stattet jede Schule mit einem Finanzbudget aus. Darüber hinaus steht den Schulen über die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) das Know-how von Unternehmen etwa in Sachen Personalmanagement, Projektabwicklung, Moderationstechnik oder Führungstraining zur Verfügung. Für jede Schule wird ein individuelles Unterstützungskonzept erstellt. Die Schulen werden vom Staatsministerium für Unterricht und Kultus, der Schulaufsicht und den Partnerunternehmen der Stiftung Bildungspakt Bayern betreut.
Das Projekt MODUS21 ist ein Schulversuch gemäß Artikel 81-83 des Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetzes. Die von teilnehmenden Schulen selbstständig entwickelten Maßnahmen können aber über die jeweiligen Schulordnungen hinausgehen, wenn dies aus pädagogischer Sicht sinnvoll ist.
Eigenverantwortung findet allerdings dort ihre Grenzen, wo es um die in den Lehrplänen definierten Inhalte geht. Hier muss im Interesse der Vergleichbarkeit und eines zuverlässig gleich bleibend hohen Niveaus der gesteckte Rahmen von jeder Schule eingehalten werden. Interne und externe Tests geben regelmäßig Aufschluss darüber, ob die Standards eingehalten werden.
Eine Schule kann nur dann am Modellversuch teilnehmen, wenn sie mehrjährige Erfahrung in Innerer Schulentwicklung mitbringt und sich alle Partner – Lehrerkollegium, Schüler-, Elternvertretung mit mindestens Zweidrittelmehrheit sowie der Sachaufwandsträger – dafür ausgesprochen haben. Schülermitverantwortung, Elternbeirat und Lehrerkonferenz werden kontinuierlich und zeitnah informiert und in die Entscheidungsprozesse eingebunden, um einen Konsens auf breiter Basis herzustellen.
Das Modellprojekt wird von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Prof. Dr. Eckart Liebau) wissenschaftlich begleitet.