isi DIGITAL Preisträger 2026
Grundschulen, Platz 1

Schulart
Grundschule
Schulname
Friedrich-Rückert-Grundschule Schweinfurt
Zusammenfassung
BNE als Schlüssel zur Integration und Inklusion
Das Konzept der Friedrich-Rückert-Grundschule verankert Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) als zentralen Motor für Integration und Inklusion, indem Kinder durch praktische Projekte wie Schulgartenarbeit, Upcycling, Imkerei und Klimaschutzmaßnahmen ganzheitlich lernen und gleichzeitig Sprache, Verantwortung und Selbstwirksamkeit entwickeln. Dabei werden Schule, Familien und außerschulische Partner eng vernetzt, sodass nachhaltiges Handeln nicht nur im Unterricht, sondern im gesamten sozialen Umfeld wirksam wird. Durch langfristige Strukturen wie den Klimaschutzplan, das „Klimamobil“ und partizipative Formate entsteht ein übertragbares Konzept das auch unter herausfordernden Bedingungen Bildungsgerechtigkeit, Gemeinschaft und Zukunftskompetenzen stärkt.
Kurzbeschreibung
Unser Konzept „BNE als Schlüssel zur Integration und Inklusion“ verankert Bildung für nachhaltige Entwicklung als festen Bestandteil der Schulidentität. An der Friedrich-Rückert-Grundschule in Schweinfurt lernen Kinder aus über 40 Nationen – mehr als 95 % mit Migrationshintergrund und rund 20 % mit sonderpädagogischem Förderbedarf – gemeinsam, praxisnah und vor allem lebensweltorientiert. Zentrales Element sind die zwei großen Schulgärten, in denen jährlich über 40 Obst- und Gemüsesorten angebaut werden. Vom Säen bis zur Verarbeitung erleben die Kinder die gesamte Wertschöpfungskette: Sie backen eigenes Brot aus selbst angebautem Getreide, verarbeiten Obst zu Marmelade und Gemüse zu leckeren Mahlzeiten, produzieren Honig der schuleigenen Bienen und entwickeln so ein tiefes Verständnis für Nachhaltigkeit, gesunde Ernährung und Ressourcenschonung.
Diese handlungsorientierten Lernsettings fördern nicht nur Umweltbewusstsein, sondern insbesondere Sprachentwicklung, Selbstwirksamkeit und soziale Kompetenzen. Da die Kinder im familiären Umfeld oft wenig Zugang zu Natur und auch zu selbstwirksamem Handeln haben, erfahren sie hier Verantwortung, Gemeinschaft und Teilhabe. Nachhaltigkeit wird dabei konkret erlebbar: durch Mülltrennung, Upcycling-Projekte, Energiesparmaßnahmen sowie die Umsetzung eines umfassenden Klimaschutzplans mit dem Ziel der Klimaneutralität bis 2035.
Der unterrichtsübergreifende Ansatz nimmt auch Elternbeirat und lokale Partner mit ins Boot. Die Schule wird so zum einem zentralen Lern- und Begegnungsort. Gleichzeitig werden dauerhafte Strukturen wie mehrere grüne Klassenzimmer, ein Energiemanager-System und vielfältige Beteiligungsformate für Kinder geschaffen.
Zielsetzung
Übergeordnetes Ziel ist es, über Bildung für nachhaltige Entwicklung mehr Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit für die Schülerinnen und Schüler zu erreichen.
Ein zentrales Ziel ist der Erwerb alltagsnaher Kompetenzen: Die Kinder lernen, wie Lebensmittel entstehen, Ressourcen geschont und nachhaltiges Handeln im eigenen Leben umgesetzt werden kann.
Darüber hinaus soll nachhaltiges Denken über die schulübergreifend in die Familien getragen werden. Durch eine aktive Einbindung der Eltern und Kooperationen mit Partnern entsteht ein Netzwerk, das Bildung und gesellschaftliche Teilhabe stärkt.
Ein langfristiges Ziel ist es, Schule als lernenden, nachhaltigen Lebensraum zu gestalten, der Umweltbewusstsein, soziale Verantwortung und Zukunftskompetenzen verbindet.
Einbettung in Schulentwicklungsprozess
Unser Konzept ist langfristig angelegt und fest im Schulentwicklungsprozess verankert. Es zeigt, wie BNE auch unter herausfordernden Bedingungen gelingt und dabei Integration, Bildungsgerechtigkeit und Zukunftskompetenzen nachhaltig stärkt. BNE bildet eine zentrale Leitlinie des Schulprofils und ist verbindlich in Unterricht, Projekten und Strukturen integriert. Grundlage ist ein langfristiger Entwicklungsplan, der regelmäßig im Kollegium reflektiert, datenbasiert ausgewertet und angepasst wird (u. a. Klimaschutzplan, Evaluation von Projekten, Rückmeldungen aus der Schulgemeinschaft).
Bestehende Bausteine wie Schulgarten, Imkerei, Müllkonzept und Kooperationen sind keine Einzelmaßnahmen, sondern Teil eines stimmigen Gesamtkonzepts. Mit dem Aufbau des „Rückerts Klimamobils“ und der Einführung des „Frei-Days“, bei uns „Wissenswelten“ genannt, werden Schülerpartizipation, Öffnung nach außen und selbstgesteuertes Lernen weiter gestärkt.
Die Weiterentwicklung erfolgt schrittweise und praxisnah: durch Qualifizierung des Kollegiums, Ausbau von Netzwerken sowie die enge Einbindung von außerschulischen Partnern. Externe Impulse (z. B. das Team von „Schule im Aufbruch“) begleiten diesen Prozess. Ziel ist ein lernendes System, das BNE langfristig sichert, vertieft und auf weitere Bereiche der Schulentwicklung überträgt.
Praxistipps zur Umsetzung / Voraussetzungen
Unsere Tipps:
Starten Sie klein, z. B. mit einem Beet, einer Pflanzkiste oder einer wöchentlichen „Draußen-Stunde“. Legen Sie feste Zeiten und Abläufe fest (säen – pflegen – ernten – verarbeiten), damit Verlässlichkeit entsteht. Arbeiten Sie mit einfachen Materialien: Hochbeete aus Paletten, Pflanztröge vom Bauhof, Saatgutspenden oder Küchenreste für erste Anzuchten.
Verteilen Sie klare Rollen: Kinder/Klassen übernehmen Dienste (Gießen, Ernten, Mülltrennung), Lehrkräfte koordinieren, externe Partner unterstützen fachlich. Visualisieren Sie Abläufe mit Bildkarten – besonders hilfreich für Kinder mit Sprachbedarf. Verbinden Sie Praxis immer mit Sprache: Begriffe direkt beim Tun einführen (z. B. „säen“, „gießen“, „ernten“).
Planen Sie in kurzen, überschaubaren Einheiten und dokumentieren Sie Ergebnisse sichtbar (Fotowände, Ernteprotokolle, kleine Ausstellungen). Verarbeiten Sie Produkte direkt weiter: Brot backen, Kräuterquark herstellen, Honig verkosten – das schafft Motivation und Erfolgserlebnisse.
Materialien
Informationen zur Schule
Kontakt
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