isi DIGITAL Preisträger 2026

Mittelschule, Platz 2


Schulart
Mittelschule


Schulname
Johannes-Kern-Mittelschule Schwabach


Zusammenfassung

Lernwirksam unterrichten – das schuleigene Unterrichtskonzept der KERN-Stunden

Die Johannes-Kern-Mittelschule Schwabach hat in einem umfangreichen Schulentwicklungsprozess intensiv daran gearbeitet, Unterricht und Erziehungsarbeit zukunftsfähig und nachhaltig zu gestalten. Auf Basis der sogenannten 21st Century Skills wurde das schuleigene Konzept der „KERN-Stunden“ entwickelt, das das eigenverantwortliche und selbstgesteuerte Lernen in den Mittelpunkt stellt.

Die Schülerinnen und Schüler lernen dabei flexibel hinsichtlich Unterrichtsfach, Inhalt, Zeit, Ort und Sozialform. Die Lehrkräfte übernehmen dabei eine begleitende und unterstützende Rolle.

Kurzbeschreibung

Die „KERN-Stunden“ stehen dabei im Zentrum der neuen Lernkultur und haben bereits jetzt den Schulalltag nachhaltig verändert. Das Konzept beinhaltet die verpflichtenden Bausteine: Kompetenzorientierung, Eigenverantwortung, Reflexion und neue Medien. Durchschnittlich zehn Stunden pro Woche arbeitet jede Klasse in diesem fest im Stundenplan verankerten Setting – an eigenen Themen, mit frei wählbaren Lernpartnern, im individuellen Tempo und an unterschiedlichen Lernorten im gesamten Schulhaus. Das Konzept wird in allen Klassen umgesetzt und kontinuierlich weiterentwickelt.

Die Lernumgebung wurde dabei grundlegend neugestaltet: Es entstanden Open Spaces und die Flure wurden zu sogenannten Lernstraßen umgestaltet. Eine digitale Lernumgebung bildet eine weitere zentrale Säule des Konzepts. Auf schuleigenen Endgeräten erhalten die Schülerinnen und Schüler didaktisch aufbereitete Materialien Lernvideos, Audios, Tutorials sowie integrierte Übersetzungs- und Vorlesefunktionen ermöglichen ein hohes Maß an individualisiertem Lernen.

Die Lehrkräfte verstehen sich als Lernbegleiter und unterstützen die Schülerinnen und Schüler gezielt in ihrem Lernprozess. In regelmäßigen Coachinggesprächen – sechsmal pro Jahr als Einzelgespräch mit jedem Kind – wird das Lernen reflektiert und es werden individuelle Ziele vereinbart. Auch die Zeugnisse wurden entsprechend weiterentwickelt und enthalten nun ergänzende Rückmeldungen zum selbstgesteuerten Arbeiten in den „KERN-Stunden.“

Zielsetzung

Im Rahmen eines gesamtkollegialen Entwicklungsprozesses wurde das Ziel verfolgt, Schule grundlegend umzugestalten – ressourceneffizient, nachhaltig und partizipativ.

Im Mittelpunkt standen dabei:

  • Aufbau einer neuen Lernkultur, die fachliche, soziale, personale und digitale Kompetenzen gleichwertig fördert
  • Stärkung der Selbststeuerung der Schülerinnen und Schüler
  • Einbindung aller Beteiligten in den Schulentwicklungsprozess
  • Entwicklung zukunftsfähiger Strukturen, abgestimmt auf die vorhandenen personellen Ressourcen

Einbettung in Schulentwicklungsprozess

Alle beschriebenen Formate sind fester Bestandteil des Schulentwicklungsprogramms. Das Konzept wird vom gesamten Kollegium getragen und konsequent gemeinsam umgesetzt.

Besonders innovativ ist die direkte Einbindung von Schülerinnen und Schüler. Konkret nimmt das Schülerparlament an allen pädagogischen Konferenzen, den sogenannten „KERN-Foren“ teil und entscheidet dort gleichberechtigt mit. Damit werden Lernende zum Ausgangspunkt schulischer Entwicklungsprozesse.

Diese Form der Mitwirkung wurde mit der Gründung des Parlaments dauerhaft institutionalisiert. So wird Demokratie im Schulalltag konkret gelebt und partizipative Schulentwicklung unmittelbar erfahrbar.

Praxistipps zur Umsetzung / Voraussetzungen

  • Profil schärfen:
    Wenige, aber dafür bedeutsame Schulentwicklungsziele sorgen bei der Schulfamilie für Transparenz und ermöglichen ein stetiges, nachhaltiges Arbeiten daran.
  • Gesamtkollegiales Vorgehen:
    Die Erarbeitung und Weiterentwicklung schulischer Konzeptionen sind besonders wirksam, wenn alle diese umsetzen und leben.
  • Entscheidungsstrukturen festlegen:
    Verbindliche Strukturen schaffen Orientierung, Verlässlichkeit und Stabilität im Entwicklungsprozess.
  • Strukturen nivellieren:
    Schulentwicklungsarbeit ist besonders wirksam, wenn sie unter Beteiligung aller eine offene und kooperative Zusammenarbeit auf Augenhöhe ermöglicht.
  • Schülerinnen und Schüler aktiv beteiligen:
    Sie stehen im Mittelpunkt der schulischen Entwicklungsprozesse und bilden damit zugleich den Ausgangspunkt dieser Entwicklung.
  • Selbstwirksamkeit erlebbar machen:
    Die Übertragung von Verantwortung schafft Motivation und fördert den Willen zur aktiven Beteiligung.
  • Demokratie- und Wertebildung erlebbar machen:
    Beides sind zentrale Bestandteile unseres schulischen Handelns und sollten daher implementiert und institutionell verankert sein.
  • Ressourcenneutral planen:
    Umfassende Schulentwicklung kann auch ohne zusätzliche Ressourcen erfolgreich und nachhaltig umgesetzt werden.

Materialien

Stiftung Bildungspakt Bayern

Geschäftsstelle:
c/o Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus
Jungfernturmstraße 1
80333 München

Tel.: 089 2186-2091
Fax: 089 2186-2833
> E-Mail