isi DIGITAL Preisträger 2026

Mittelschule, Platz 3


Schulart
Mittelschule


Schulname
Mittelschule Mühldorf a.Inn


Zusammenfassung

„Adaptives Unterstützungsmodell für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im gebundenen Ganztag“

Das adaptive Unterstützungsmodell der Mittelschule Mühldorf reagiert auf veränderte Schülerprofile im gebundenen Ganztag durch eine strukturierte, multiprofessionell abgestimmte Förderung. In klar definierten Entwicklungsphasen werden Förderbedarfe frühzeitig erkannt, individuelle Lern- und Entwicklungsprozesse begleitet und verbindliche Unterstützungsstrukturen aufgebaut. Ziel ist eine nachhaltige Integration aller Schülerinnen und Schüler sowie ein übertragbares Modell für andere Schulstandorte.

Kurzbeschreibung

Ausgangspunkt des Projekts sind veränderte Schülerprofile in der 5. Jahrgangsstufe, die sich insbesondere durch zunehmenden sonderpädagogischen Förderbedarf, sozial-emotionale Belastungen sowie einen hohen Abstimmungsbedarf im multiprofessionellen Team zeigen.

Die Schule reagiert darauf nicht mit Einzelmaßnahmen, sondern mit der Entwicklung eines strukturell verankerten, adaptiven Unterstützungsmodells im gebundenen Ganztag, das im Schuljahr 2024/2025 gestartet wurde.

Das Konzept basiert auf einer gestuften Implementierungsstruktur:

  • Phase 1 – Aufbau:
    
Analyse der Übertrittsdaten und Klassenstruktur, intensive Elternarbeit sowie Aufbau multiprofessioneller Kooperations- und Fallstrukturen.
  • Phase 2 – Standardisierung:
    Einführung verbindlicher Förderplanprozesse, Entwicklung klarer Entscheidungskriterien (z. B. Notenaussetzung), regelmäßige Fallbesprechungen sowie Aufbau einheitlicher Dokumentationsstrukturen. Ergänzend werden gezielte sozial-emotionale Unterstützungsangebote implementiert.
  • Phase 3 – Perspektivarbeit:
    Strukturierte Übergangsbegleitung von Jahrgangsstufe 5 in 6, transparente Entscheidungswege (z. B. Regelschule oder Praxisklasse) sowie kontinuierliche Evaluation der Wirksamkeit.

Die Umsetzung erfolgt in einem angepassten Lernsetting mit flexiblen Unterrichtsformen, individualisierten Förderplänen sowie gezielter sozial-emotionaler Unterstützung. Gleichzeitig wird die vollständige Integration der Schülerinnen und Schüler in den Schulalltag sichergestellt (z. B. Teilnahme an schulischen Veranstaltungen, Fachunterricht und Projekten).

Erste Erfahrungen zeigen eine Stabilisierung der Klassensituation, eine verbesserte Elternkommunikation sowie klar strukturierte und nachvollziehbare Förderprozesse.

Das Modellstruktur wurde skalierbar und jahrgangsübergreifend angelegt und wird schrittweise auf weitere Klassen übertragen.

Zielsetzung

Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines nachhaltigen, systematisch verankerten Unterstützungsmodells für Schülerinnen und Schüler im gebundenen Ganztag, das auf veränderte Lernvoraussetzungen und zunehmende Heterogenität reagiert.

Im Mittelpunkt steht dabei die frühzeitige Erkennung individueller Förderbedarfe sowie die gezielte Verbindung von fachlicher Förderung und sozial-emotionaler Stabilisierung. Durch verbindliche Strukturen und klar definierte Prozesse wird eine verlässliche Unterstützung im Schulalltag geschaffen.

Ein zentrales Anliegen ist die Etablierung einer tragfähigen multiprofessionellen Zusammenarbeit, die durch regelmäßige Fallbesprechungen, abgestimmte Förderplanung und klare Zuständigkeiten gekennzeichnet ist. Gleichzeitig wird eine transparente und kontinuierliche Einbindung der Eltern sichergestellt.
Darüber hinaus verfolgt das Modell das Ziel, individuelle Bildungswege frühzeitig zu klären und Übergänge (z. B. von Jahrgangsstufe 5 in 6) strukturiert zu begleiten.

Einbettung in Schulentwicklungsprozess

Die Wettbewerbsidee ist kein isoliertes Projekt, sondern Bestandteil der strategischen Schulentwicklung.

Ausgehend von einer veränderten Schülerstruktur wurde ein adaptives Unterstützungsmodell entwickelt, das schrittweise in den Schulalltag überführt wird.

Die Integration erfolgt auf mehreren Ebenen:

  • Verankerung multiprofessioneller Fallbesprechungen als regelmäßiges Format
  • Standardisierung des Förderplanprozesses in den Jahrgangsstufen 5/6
  • feste Struktur der Elternkommunikation im Übergang von der Grundschule
  • Weiterentwicklung des Lernsettings (z. B. Churermodellzimmer)
  • kontinuierliche Evaluation und Steuerung durch die Steuergruppe

Das Projekt wurde mit einer 5. Ganztagsklasse gestartet und wird perspektivisch auf weitere Jahrgangsstufen übertragen.

Praxistipps zur Umsetzung / Voraussetzungen

Für die erfolgreiche Umsetzung eines adaptiven Unterstützungsmodells sind vor allem klare Strukturen und verbindliche Prozesse entscheidend.

Zentrale Erfolgsfaktoren sind:

  • feste Zeitfenster für multiprofessionelle Zusammenarbeit und Fallbesprechungen
  • standardisierte Förderplan- und Dokumentationsprozesse
  • transparente und kontinuierliche Elternkommunikation
  • klare Zuständigkeiten im Team
  • schrittweise Implementierung in überschaubaren Entwicklungsphasen

Wichtig ist zudem die enge Verzahnung von fachlicher Förderung und sozial-emotionaler Stabilisierung, da beide Bereiche maßgeblich zum Lernerfolg beitragen.

Das Modell ist grundsätzlich gut übertragbar, da es nicht an spezifische Programme oder einzelne Personen gebunden ist. Auch Schulen mit begrenzten personellen Ressourcen können zentrale Elemente – wie strukturierte Fallbesprechungen, Förderplanarbeit oder Elternkommunikation – schrittweise implementieren.

Entscheidend ist weniger die Ausstattung als eine bewusste Strukturierung von Zusammenarbeit, Kommunikation und Förderprozessen.

Materialien

Informationen zur Schule

Stiftung Bildungspakt Bayern

Geschäftsstelle:
c/o Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus
Jungfernturmstraße 1
80333 München

Tel.: 089 2186-2091
Fax: 089 2186-2833
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